Erster Hund in Wien
Alles, was du vor der Anschaffung wissen solltest
Passt ein Hund zu mir?
Du möchtest einen Hund anschaffen oder planst die Aufnahme eines Hundes aus dem Tierheim oder von einem Züchter? Hier findest du die wichtigsten Informationen, Kosten, Pflichten und Tipps für einen gelungenen Start.

Überlegungen vor der Anschaffung
Habe ich genug Zeit für einen Hund?
Ein Hund ist ein Familienmitglied und benötigt täglich Zeit, Aufmerksamkeit, Rücksicht und Fürsorge für viele Jahre.
Stell dir folgende Fragen:
Je realistischer du diese Fragen beantwortest, desto geringer ist das Risiko einer späteren Überforderung – für Dich und deinen Hund.
Welche Kosten kommen auf mich zu?
Die Anschaffung eines Hundes ist mit einmaligen und laufenden Kosten verbunden. Neben dem Kaufpreis beziehungsweise der Schutzgebühr solltest du auch Tierarztkosten, Futter, Ausstattung, Hundeabgabe und die verpflichtende Haftpflichtversicherung einplanen. Je nach Größe, Alter und Gesundheitszustand des Hundes können die tatsächlichen Kosten stark variieren.
Im ersten Jahr solltest du – je nach Herkunft und Größe des Hundes – mit etwa 1.500 bis 3.000 Euro oder mehr rechnen.
Welcher Hund passt zu mir?
Nicht jede Hunderasse passt zu jedem Menschen. Größe, Aktivitätsniveau und Charakter sollten zu Ihrem Alltag und Ihrer Wohnsituation passen. Berücksichtige unter anderem:
Nicht die Optik sollte entscheiden, sondern ob der Hund langfristig zu Ihrem Leben passt.
Vor der Anschaffung eines Listenhundes beachten
Für bestimmte Hunderassen gelten in Wien deutlich strengere Vorschriften. Informiere dich deshalb unbedingt vor der Anschaffung oder Übernahme eines solchen Hundes.
An öffentlichen Orten müssen Listenhunde grundsätzlich immer mit Maulkorb und Leine geführt werden. Außerdem ist ein verpflichtender Wiener Hundeführschein vorgeschrieben. Die Prüfung muss grundsätzlich innerhalb von drei Monaten ab Beginn der Haltung abgelegt werden; der Hund muss dafür mindestens sechs Monate alt sein.
Beim Führen eines Listenhundes gilt zusätzlich eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille.
Hund anschaffen – Tierheim oder Züchter?
Welche Möglichkeiten gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hund aufzunehmen. Wichtig ist, sich vorab gut zu informieren und seriöse Anbieter zu wählen.
Was brauche ich vor dem Einzug?
Mit einer guten Vorbereitung wird der Start für Mensch und Hund deutlich entspannter.
Grundausstattung:
Die ersten Wochen mit dem Hund
Eingewöhnungsphase
Der Umzug in ein neues Zuhause bedeutet für jeden Hund Stress – unabhängig davon, ob er aus einem Tierheim, von einem Züchter oder aus einer Pflegestelle kommt. Neue Gerüche, unbekannte Menschen und ein anderer Tagesablauf können anfangs verunsichern.
Gib deinem Hund deshalb Zeit, in Ruhe anzukommen. Vermeide in den ersten Tagen unnötigen Besuch, große Ausflüge oder laute Veranstaltungen. Zeig ihm seinen Schlafplatz, den Futterplatz und die Bereiche, in denen er sich aufhalten darf.
Ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten für Spaziergänge, Fütterung und Ruhe hilft Ihrem Hund, sich schneller einzugewöhnen. Viele Hunde wirken anfangs zurückhaltend oder schlafen ungewöhnlich viel – das ist meist völlig normal.
Erwarte nicht, dass dein Hund vom ersten Tag an perfekt funktioniert. Vertrauen entsteht nicht innerhalb weniger Stunden, sondern entwickelt sich Schritt für Schritt.
Stubenreinheit
Auch erwachsene Hunde können nach einem Umzug vorübergehend unsauber werden. Welpen müssen die Stubenreinheit erst lernen.
Bring deinen Hund regelmäßig nach draußen – insbesondere nach dem Schlafen, Fressen, Spielen oder Trinken. Lob ihn unmittelbar, wenn er sich draußen löst.
Missgeschicke in der Wohnung sollten niemals bestraft werden. Dein Hund versteht den Zusammenhang meist nicht und verliert dadurch lediglich Vertrauen. Reinige die betroffene Stelle gründlich mit geeigneten Reinigungsmitteln, damit keine Gerüche zurückbleiben.
Mit Geduld, Konsequenz und festen Routinen werden die meisten Hunde innerhalb weniger Wochen zuverlässig stubenrein.
Alleine bleiben
Das Alleinbleiben sollte langsam aufgebaut werden und niemals von heute auf morgen mehrere Stunden dauern.
Beginne mit wenigen Minuten und verlasse zunächst nur kurz den Raum oder die Wohnung. Bleibt dein Hund ruhig, können die Zeiträume schrittweise verlängert werden.
Verabschiede dich nicht übermäßig und begrüße deinen Hund nach deiner Rückkehr möglichst ruhig. So lernt er, dass das Weggehen und Wiederkommen etwas Alltägliches ist.
Zeigt dein Hund starke Unruhe, Zerstörungsverhalten oder dauerhaftes Jaulen, solltest du die Trainingsschritte verkleinern. Manche Hunde benötigen deutlich mehr Zeit als andere.
Gerade in den ersten Wochen sollte ein neuer Hund möglichst nicht mehrere Stunden alleine gelassen werden.
Tierarzt auswählen
Suche möglichst früh einen Tierarzt in deiner Nähe und vereinbare einen ersten Gesundheitscheck. So lernen sich Hund und Tierarzt in einer entspannten Situation kennen und du hast im Notfall bereits einen Ansprechpartner.
Nimm die vorhandene Unterlagen wie Impfpass, EU-Heimtierausweis oder medizinische Befunde mit. Lassen dich über Impfungen, Parasitenvorsorge, Kastration sowie regelmäßige Gesundheitskontrollen beraten.
Informiere dich außerdem über Tierkliniken und Notdienste in deiner Umgebung. Außerhalb der Ordinationszeiten kann im Ernstfall jede Minute zählen.
Hundeschule finden
Eine gute Hundeschule unterstützt nicht nur Ihren Hund, sondern vor allem dich als Halter. Ziel sollte ein alltagstauglicher und entspannter Begleiter sein.
Achte darauf, dass mit positiver Verstärkung gearbeitet wird und der Umgang mit den Hunden ruhig und tierschutzkonform erfolgt. Gewalt, Einschüchterung oder veraltete Ausbildungsmethoden sind kein Zeichen guter Hundeerziehung.
Besuche nach Möglichkeit eine Probestunde und beobachten den Umgang der Trainer mit Mensch und Hund. Gute Trainer erklären ihre Übungen verständlich und gehen auf die individuellen Bedürfnisse jedes Teams ein.
Je früher du mit einer guten Grunderziehung beginnst, desto einfacher lassen sich viele Probleme vermeiden.
Häufige Fehler
Zu hohe Erwartungen
Viele neue Hundehalter erwarten, dass ihr Hund bereits nach wenigen Tagen zuverlässig hört, stubenrein ist oder problemlos alleine bleibt. Tatsächlich benötigt jeder Hund Zeit, um sich an seine neue Umgebung und seinen Alltag zu gewöhnen.
Fortschritte erfolgen selten geradlinig. Rückschläge gehören zum Lernprozess dazu. Geduld, Konsequenz und realistische Erwartungen sind die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung.
Vergleiche deinen Hund nicht mit anderen Hunden. Jeder Hund lernt in seinem eigenen Tempo.
Zu wenig Ruhe
Hunde benötigen deutlich mehr Ruhe als viele Menschen vermuten. Je nach Alter und individuellem Bedarf verbringen sie häufig 14 bis 20 Stunden pro Tag mit Schlafen und Ruhen.
Gerade in den ersten Wochen möchten viele Halter ihrem Hund möglichst viel zeigen. Zu viele neue Eindrücke können jedoch Stress verursachen.
Plane deshalb ausreichend Ruhephasen ein und schaffe einen festen Rückzugsort, an dem dein Hund nicht gestört wird.
Inkonsequente Regeln
Überleg dir bereits vor dem Einzug, welche Regeln dauerhaft gelten sollen.
Darf der Hund aufs Sofa? Darf er ins Bett? Wo wird gefressen? Wer übernimmt Spaziergänge und Erziehung?
Gelten für den Hund bei allen Familienmitgliedern dieselben Regeln, erhält er eine klarere Orientierung. Unterschiedliche Vorgaben können ihn dagegen verunsichern und unerwünschtes Verhalten begünstigen.
Falsche Beschäftigung
Nicht jeder Hund muss täglich körperlich ausgelastet werden. Genauso wichtig sind Denkaufgaben, Nasenarbeit und ruhige Beschäftigung.
Ein dauerhaft überforderter Hund kann ebenso problematisch werden wie ein unterforderter Hund. Entscheidend ist eine ausgewogene Mischung aus Bewegung, Training und Erholung.
Qualität ist wichtiger als möglichst viele Stunden Aktivität.
Zu spät Hilfe holen
Viele kleine Probleme lassen sich frühzeitig lösen. Werden sie über Wochen oder Monate ignoriert, entwickeln sie sich oft zu ernsthaften Verhaltensproblemen.
Scheu dich deshalb nicht, frühzeitig einen Tierarzt oder eine qualifizierte Hundeschule um Rat zu fragen.
Professionelle Unterstützung ist kein Zeichen von Versagen, sondern hilft häufig dabei, Probleme schnell und nachhaltig zu lösen.
